Die Freiung (Gerichtsbarkeit der Saline) Neben vielen anderen Rechten verlieh König Heinrich dem Pfannhaus auch das Recht der Freiung, wodurch es einen vom Haller Stadtgericht unabhängigen Gerichtsraum bildete. Der urkundliche Beleg: "Was an Unzucht und Frevel in unserem Pfannhaus geschieht, als vor die dachtrupfen gen (soweit die Dachtraufen gehen), das sol darin gerichtet und gebessert werden und nicht anderswo."
Die Freiung des Salzberges begann bei der Bergkapelle im Halltal, zog sich durch das Tal hinauf und reichte bis hinter den Salzberg. Innerhalb dieser örtlichen Freiung durfte niemand, der beim Salzberg beschäftigt war, von Organen des Landesgerichtes Thaur verhaftet werden. Selbst dann nicht, wenn er sich eines Malefizverbrechens schuldig gemacht hatte. Außerhalb dieses Gebietes hatte jeder Bergarbeiter noch die persönliche Freiung, die auf leichte Straftaten beschränkt war, wenn er „sein sagk auf dem ruggen“ von daheim zur Arbeit auf den Salzberg oder von dort heimwärts ging.
Die Solegewinnung am Salzberg Beim Salzbergbau wird Sole gewonnen. In einem Hektoliter sind ca. 32 kg NaCl und Nebensalze gelöst. Jahrhunderte lang hat man eine ganz bestimmte Methode angewendet: das Laugverfahren. Der erste Hohlraum einer Werksanlage wird in einem Durchmesser von 30 bis 409 m und einer Höhe von 2 m ausgesprengt. Über das Sinkwerk (Ankehrschurf) bleibt der Werksraum immer von oben zugänglich, während er am unteren Horizont mit dem Wehrdamm verschlossen ist.
Durch das Sinkwerk wird der Werksdamm bis zur Decke (Werkshimmel) mit Wasser gefüllt, das aus dem anstehenden Haselgebirge das Salz bis zur vollen Sättigung von 32 kg/hl herauslöst. Die unlöslichen Bestandteile des Haselgebirges (Ton, Gips, Ahydrit) fallen zu Boden (Werkssohle) und bilden den Werkslaist. Die erzeugte Sole wird durch den Werkskasten über das in den Ablassdamm eingelegte Wehrrohr abgelassen. Dieser Prozess kann laufend wiederholt werden, bis das über dem Werk liegende Gebirge (Versudhöhe) bis zum oberen Horizont abgelaugt ist (Endhimmel). Die Laugung findet an den Werksulmen und vorwiegend am Werkshimmel statt, während sich auf der Werksohle ein Laiststock aufbaut. Der freie Werksraum wird dadurch immer größer und wandert von unten nach oben. Beim sehr salzarmen Haselgebirge füllt sich der Werksraum mit Laist und muss - um weiter verwendet werden zu können - gesäubert werden. Es waren stets mehrere Werksanlagen mit einem Fassungsraum von bis zu 10.000 Kubikmetern in Betrieb. Über einen Messtrog wurde die Sole teils durch Holz-, teils durch Gussrohre in das Sudhaus nach Hall geleitet.
Die Salzgewinnung in der Saline Hall Die Salzgewinnung erfolgte in Hall bis zum Jahre 1951 in zwei feuerbeheizten Pfannen mit einer Heizfläche von etwa 140 m2 pro Pfanne. Bei dieser Salzgewinnungsmethode entwichen große Mengen Wasserdampf unmittelbar ins Freie, wodurch ein gewaltiger Wärmeverlust entstand. Aus diesem Grunde wurde im Jahr 1951 eine Thermokompressionsanlage in Betrieb genommen, die eine rationellere Arbeitsweise gestattete. Die bei der Verdampfung der Sole erzeugte "Brüde" (Dämpfe) wurde hier mittels eines elektrisch betriebenen Kompressors verdichtet, gleichzeitig erhitzt und wiederum dem Heizsystem des Verdampfers zugeführt. Die vom Salzberg in die Sudhütte geleitete Rohsole musste, um eine Kesselsteinbildung im Verdampfer zu vermeiden, vor dem Verdampfen gereinigt werden. |